Herstellung Papel AMATE



Herstellungsverfahren


Papier AMATE wird auf handwerkliche Weise hergestellt, die Rinden des weißen und roten Jonotes (ficus cotinifolia ficus padifolia) wird gemeinsam mit Morus celtidifolia gepresst was den weißen oder beigen Farbton des Papier AMATE bringt. Zuerst wird die innere Rinde des Baumes Jonote nach überlieferter Tradition „geerntet“ bei der vor der „Ernte“ die Erlaubnis der „pacha mama“ – Mutter Erde erbeten wird, um diese Arbeit zu verwirklichen. Das Gewinnen/Herausziehen der Rinde ist ein zarter Prozess, der mit den Mond-Zyklen verbunden ist, wie zu Zeiten des prähispanischen Anbaues, was noch heute beobachtet werden kann. Diese Zyklen hängen besonders von der Erneuerung des Mond-Zyklus (Vollmond) ab, in dem die Rinde „reif“ ist, um geschnitten zu werden. Damit der Baum für die folgende Mond-Periode wieder erneut geerntet werden kann.
Die so gewonnene Rinde wird in einen großen Eisentopf gemeinsam mit Wasser, Kalk und Asche, im Mexiko bekannt als „nixtamal“ und während ungefähr acht Stunden (abhängig vom Klima) gekocht. In diesem Prozessschritt erhält die Flüssigkeit oder Brühe eine dunkle Farbe. Durch das kochen werden die Fasern weich und in sauberem Wasser abgespült, bis sich die Flüssigkeit aufhellt und in einem Wasserbett erhalten bleibt um nicht auszutrocknen. Dann wird die erste Schicht von dieser Flüssigkeit in einem Holzrahmen aufgebracht. Die nächste Schicht wird quer zur ersten Schicht aufgetragen. Das Ziel besteht darin, eine feste, stabile Verbindung mittels der Überkreuzung der Fasern zu erlangen.
Als nächsten Schritt werden die Fasern mit einem Machacador Otomí (m'ndo) („Zerquetscher“) zerdrückt, eine symmetrische Form gebend. Orangenschalen werden als Politur und zur Glättung der Oberfläche verwendet bis das Papier AMATE seinem Verwendungszweck bestimmend zum Malen oder Schreiben die richtige Oberfläche besitzt. Anschließend wird das Papier AMATE einen ganzen Tag in der Sonne getrocknet. Nach der Trocknungsphase wird zum Abschluss die Oberfläche ein letztes Mal mit der Urflüssigkeit des Baumes Jonotes bestrichen.